Glyphosat im Hundefutter?

Meine Hündin Lilly ist 2014 mit nur 6,5 Jahren an einem Lymphom verstorben. Vom ersten Symptom bis zum Euthanasieren vergingen 15 Monate. Wer schon einmal einen Hund mit Lymphom hatte, weiss, wie diffus die Symptomatik ist. Die letzten 15 Monate mit Lilly waren nicht immer einfach. Der Tumor wirkte sich wesensverändernd aus und Phasen, an denen ich dachte, sie könne wieder gesund werden wechselten mit Phasen, an denen ich ernsthaft überlegte, die Tierärztin zu rufen.

Wen schützen Herbizide?

Damals hatte ich irgendwo aufgeschnappt, dass Glyphosat Lymphome verursachen könne. Ich war fast täglich mit Lilly in den Weingärten spazieren oder joggen. Es gab keinen einzigen ausgewiesenen Bio-Weingarten, in den meisten Rieden wurde sichtbar Glyphosat versprüht. Hunde nehmen Giftstoffe über die Pfoten auf und ich machte mir damals Vorwürfe, ob meine Spaziergänge durch die Weingärten für den frühen Krebstod meiner Hündin verantwortlich gewesen sein könnten. Mit Élaine war ich auf Grund dieser Überlegungen nur mehr selten und mit mulmigem Gefühl in den Weinbergen unterwegs.

Zum 2. Mal Krebstod mit 6,5 Jahren

Trotzdem verlor ich auch Élaine mit nur 6,5 Jahren wegen Krebs. Sichtbar war seit über 1,5 Jahren ein Fibrosarkom im Hüftbereich. Im Frühling 2016 hatte ich Élaine aber schon einmal fast verloren. Eine intensive Ultraschalluntersuchung zeigte damals, dass Teile ihres Darms stillstanden, den Kot nicht weiter transportierten. Es war keine Ursache dafür ersichtlich. Weitere Untersuchungen blieben ohne besonderen Befund. Meine Prinzessin verlor innerhalb weniger Tage massiv an Lebensenergie und -freude. Ziemlich mutlos wechselte ich zum Tierarzt meines Vertrauens, den ich, als die Symptomatik begann, nicht erreichen konnte. Ich befürchtete, dass uns der Abschied bevor stand. Der Tierarzt empfahl sofortige Umstellung auf Rohfütterung, homöopathische Mittel und Heilpilze nach TCM. Ich hatte nach wie vor keinen Befund, doch Élaine erholte sich innerhalb kürzester Zeit und stand im Alter von 4 Jahren so gut da, wie nie zuvor. Ich vergass diese unerfreuliche Episode.

Im Dezember 2018 hatte der sichtbare Teil der Krebserkrankung, ein Fibrosarkom auf der Hüfte Élaines, etwa Hühnereigrösse erreicht.

Zweimal fütterte ich seit dem jeweils im Urlaub aus Bequemlichkeit Trockenfutter. Beide Male rührten die Hunde nach wenigen Tagen lustlos in der Futterschüssel herum. Bei Élaine merkte ich, dass sie bei dieser Fütterung deutlich schwächelte. Sobald daheim wieder die gewohnte Rohfütterung verabreicht wurde, besserte sich der Zustand genauso schnell wieder.

Zum 2. Mal Lymphom?

Vor ein paar Tagen traf ich eine Tierärztin, die Élaine kannte und teilte ihr mit, dass Élaine die Reise über die Regenbogenbrücke angetreten hatte. Ich erzählte ihr auch von dem seltsamen Ultraschallergebnis mit dem stillstehenden Darmabschnitt von vor drei Jahren. Sie sagte mir sofort, dass das für sie nach einem Lymphom klingen würde und man Lymphome im Darm kaum finden könne. Ich notierte es geistig, doch zu dem Zeitpunkt machte es für mich keinen Unterschied, welcher Tumor es jetzt genau war, der „den Anfang gemacht hat”.

Heute hatte ich folgenden Artikel in meinem Facebook-Newsfeed: Glyphosat im Futter für Hunde und Katzen nachgewiesen. Gemeint ist damit Trockenfutter. Bei einer Untersuchung in den USA wurden in allen untersuchten Proben Gyphosatrückstände in teils erschreckend hohem Ausmass nachgewiesen. Eigentlich logisch, wenn man bedenkt, dass Trockenfutter zu einem guten Teil aus Getreide besteht. Ob die Untersuchungen in Europa/Österreich stark abweichende Ergebnisse bringen würden, wage ich zu bezweifeln.

Lernen aus Erfahrung

Inzwischen weiss man auch, dass Glyphosat die Darmflora verändert. Ich wusste, dass Élaines Schwachstelle ihr Verdauungssystem war. Dass ein giftfreier Garten und das Meiden von Weingärten und Feldern nicht ausreichte und ich mit grosser Wahrscheinlichkeit mit jeder Portion Trockenfutter unwissentlich Glyphosat gefüttert habe, das ist mir erst dieser Tage klar geworden. Es lässt sich rückwirkend nicht mehr ändern.

Easy wurde dank meiner Erfahrung mit Élaine von Anfang an mit (Roh)Fleisch gefüttert, sie kennt Trockenfutter nur von den Urlauben. Ich hoffe, dass ich damit das ohnehin grössenbedingt hohe Krebsrisiko damit stark reduzieren kann. Doch wie heisst es so schön? Leben muss man das Leben vorwärts, verstehen kann man es oft erst rückwärts.

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