friends …

enya und alisha
die diskussion gibt es – vorallem unter windhundleuten – immer wieder. haben “andere rassen” was auf der rennbahn verloren?

die häufigsten argumente sind: hütehunden wurde ewig lang der “kill” durch zuchtauslese weggezüchtet, jetzt macht man mit der bahn alles wieder zunichte. hunde, die eine grundschärfe haben, werden künstlich scharf gemacht.

als ich selbst in marchegg einen mann heftig daran arbeiten sah, dem grossen hütehund den künstlichen hasen abzunehmen, sträubte sich mein nackenhaar.

es gibt rennbahnen, auf denen es als sakrileg gilt, einen “fremdrassigen” hund zu ziehen. und dann findet man schon mal einen “renndackel” (natürlich nur als scherz …) auf der einen homepage, golden retriever auf einem coursing-trainingsphoto auf einer anderen website und erlebt auf einer bahn einen heftigen streit, weil “der eine einen fremdrassigen hund gezogen hat” und “der andere das nicht will”.

nimmt man es jedoch ganz genau, kann man feststellen, dass nichtmal über die “genehmen rassen” einigkeit herrscht. die einen gehen streng nach FCI gruppe X einteilung vor, für die anderen sind die “windhunde, die in FCI gruppe V gelandet sind” auch o.k. und der dritte hat nicht mal stress, wenn “rescue-galgos” auf der bahn sind, denen man auch schon mal ahnen ansieht, die weder in gruppe X noch in gruppe V zuhause sind … ausserdem taucht die frage auf, wie weit “generationenlange zuchtauswahl und selektion” erfolg hatte, wenn sie mit einem schlag ausgeschalten werden kann. tja, da kann man schon mal ins grübeln kommen.

dieses wochenende nützte ich die gelegenheit, mit jemandem, der “friends auf die rennbahn lässt” über dieses thema zu reden und es war für mich sehr aufschlussreich:

hr. ringer erzählte mir von border collies, die in der mitte der bahn agility gemacht hätten und sogar “eine schafherde mit hatten” und hütearbeit verrichteten. zum ausdauertraining gingen die dann auf die bahn und bissen anschliessend die schafe trotzdem nicht löchrig. es käme also darauf an, mit den hunden rasse- und veranlagungsspezifisch zu arbeiten. (z.b. dürfen “friends” immer nur alleine und mit maulkorb auf die bahn.) da passte meine beobachtung vom oben erwähnten hütehund. und ich erfuhr, dass dieser hund – warum auch immer – auch schutzarbeit verrichten würde, nie als hütehund gearbeitet hätte und als ausdauertraining für seinen bewacherjob auf die bahn käme, also eine ausnahme sei. (vielleicht kann ich den menschen ja mal fragen, wie er auf die idee kam, mit hütehunden schutz zu machen …)

von hütehunden ist es thematisch kein weiter sprung zu den herdenschutzhunden, die ja sehr gut zwischen zu bewachenden tieren und zu vertreibenden tieren unterscheiden müssen. bevor ich meinen satz zu ende sprechen konnte, hörte ich: “ein kangal käme mir nie auf die bahn!” (ich dachte mir dazu nur mehr, diese sorte hund ist in meinen augen auch als familienhund eine fehlbesetzung …)

das gespräch führte noch weiter (z.b. zur fährtenarbeit mit windhunden …) und alles zu schreiben würde hier zu weit führen. ich komme für mich zu dem schluss: es kommt – wieder einmal und wie immer – darauf an, was man daraus macht. jemand der über das wesen der verschiedenen hunderassen bescheid weiss, kann auf den ersten blick artfremd wirkende betätigungen in artgerechte bahnen lenken. wer sich nicht auskennt, kann auch mit auf den ersten blick artgerechter betätigung schaden anrichten. und: nicht immer ist es, was es scheint.

ich bedanke mich jedenfalls an dieser stelle für das gespräch bei hrn. ringer, den ich einmal mehr als jemanden erfahren durfte, der fundiert über den “windhundtellerrand hinaus” nicht nur schaut sondern auch weiss. und ich werde mir die arbeit mit den friends genauer anschauen und sicher auch mal wieder nachfragen. ausserdem rechne ich jetzt mit einigen kommentaren oder zumindest privatmails zum thema.

austrian racing hounds

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