mit freundlicher genehmigung von schroeders hundeleben
die autopsie (griechisch) oder auch obduktion (lateinisch) dient zur feststellung der todesursache, zur rekonstruktion des sterbevorgangs. soweit die theorie.
alles, was aus der humanmedizin bekannt ist, findet sich auch in der tiermedizin wieder. also auch die obduktion. warum auch nicht? es macht doch sinn, zu erfahren, woran ein tier gestorben ist. vor allem in der verantwortungsvollen hundezucht. beim ausgewachsenen, verstorbenen hund hat man üblicherweise zeit. die diagnose dient der statistik und ist – wenn es sich nicht gerade um eine ansteckende seuche handelt – nicht akut.
anders liegt die sache, wenn man einen wurf hat, welpen in kurzen abständen versterben, die symptome gleich aber nicht eindeutig identifizierbar sind. da kann ein rasches und verlässliches ergebnis unter umständen weiterer welpen leben retten. bei so kleinen, fragilen lebewesen können stunden wenn nicht minuten über leben oder tod entscheiden. in der situation scheut man erfahrungsgemäss weder kosten noch mühen. und die zeit für grundsatzdiskussionen fehlt.
von einer züchterin, die mit so einer situation vor ein paar jahren konfrontiert war, weiss ich, dass sie obduktionen an welpen inzwischen für rausgeschmissenens geld hält. o-ton: “ich wüsste nicht, wann eine obduktion am welpen ein sinnvolles ergebnis gebracht hätte …”
manchesmal habe ich den phösen verdacht, dass man züchter mit der vogelscheuche “verantwortung” in die (teure) medizinische mühle treibt, aus der es nur schwer ein entkommen gibt. kritische stimmen bekommen die moralkeule zu spüren.
man muss voruntersuchen, nachuntersuchen, impfen gegen alles und jedes, ultraschall, röntgen, computertomographie (= besonders ausführliches röntgen, aber CT klingt nicht so verstrahlt … – und wer was auslässt, will sparen oder – noch schlimmer – was verheimlichen, was nicht wissen.
ich aber frage mich ernsthaft – was bringt ein ergebnis einer blutuntersuchung im akutfall ein bis zwei wochen nach blutabnahme? was bringt ein autopsiebericht ein bis zwei wochen danach, der die erste diagnose gleich nach der autopsie anzweifelt? er bringt – natürlich – auch umsatz. die tollen labors und die teuren maschinen müssen “arbeiten”. aber wäre es nicht wieder an der zeit, ergebnisorientiert (im sinne rascher und zuverlässiger diagnosen) zu arbeiten, anstatt marktwirtschaftlich orientiert?
wo bleiben die guten diagnostikerInnen, die noch ohne maschinenpark arbeiten können und wollen, indem sie auf den patienten eingehen und auf sich selbst vertrauen? und das bitte auch in der humanmedizin …
quelle:
wikipedia.de – obduktion
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