mit freundlicher genehmigung von schroeders hundeleben
des längeren war es schon im gespräch, dass die HD-regelung in deutschland – endlich – fallen sollte. es gab massive widerstände gegen die pflichtuntersuchung mit den argumenten, dass HD beim irish kein thema sei und dass immer wieder hunde wohl amtlich ihr HD-frei hätten, aber leider tot wären, weil sie die narkose nicht überlebt hätten … jetzt ist es soweit. auf iw-special.de ist sie zum download bereit, die neue regelung.
Der Zuchtleiter, Prof. Dr. Peter Friedrich, informiert:
Die Körkommission, das Zuchtkommissionsmitglied für die Rasse Irish Wolfhound und der Wissenschaftsbeirat des Verbandes für das Deutsche Hundewesen haben gemeinschaftlich die nachfolgende Neuregelung erarbeitet, die ab dem 1.5.2008 wirksam ist:
Bei Irish Wolfhounds ist, abgesehen von den beiden nachfolgend beschriebenen Ausnahmen, vom 1. Mai 2008 bis zum 30. April 2014 eine Untersuchung des Hüftgelenks nicht mehr notwendige Voraussetzung für eine Zuchtzulassung.
Ausnahme 1: Irish-Wolfhound-Deckrüden aus deutscher Zucht, auf die in einem Jahr mehr als zehn Prozent aller Würfe dieses Jahres zurückgehen, müssen vor einem weiteren Zuchteinsatz auf Hüftgelenksdysplasie (HD) geröntgt werden. Nur Rüden, die dabei in die Kategorien “HD-frei (A)” und “HD-Übergangsform (B)” fallen, behalten ihre Zuchtzulassung. Rüden, die dabei in die Kategorien “leichte HD (C)”, “mittlere HD (D)” und “schwere HD (E)” fallen, erhalten ein Zuchtverbot. Rüden, die innerhalb eines Jahres zwanzig oder mehr Würfe gezeugt haben, müssen vor einer weiteren Zuchtverwendung ebenfalls auf HD geröntgt werden.
Ausnahme 2: Irish-Wolfhound-Importrüden und Irish-Wolfhound-Importhündinnen können nur zur Zucht zugelassen werden, wenn sie zuvor auf Hüftgelenksdysplasie (HD) geröntgt worden sind. Nur Rüden und Hündinnen, die dabei in die Kategorien “HD-frei (A)” und “HD-Übergangsform (B)” fallen, kommen für eine Zuchtverwendung in Frage. Rüden und Hündinnen, die dabei in die Kategorien “leichte HD (C)”, “mittlere HD (D)” und “schwere HD (E)” fallen, erhalten ein Zuchtverbot.
Unmittelbar nach der aufgeführten sechsjährigen Zeitspanne wird der DWZRV zu einer Beurteilung der Lage beitragen, indem der eine Stichprobe von Tieren wissenschaftlich untersuchen lassen wird. Was die Größe und weitere Merkmale der Stichprobe betrifft, wird er sich mit dem VDH abstimmen.
Peter Friedrich
erstaunliche regelung, kann ich da nur sagen, erstaunliche regelung. mir drängt sich natürlich sofort die frage auf, ob zu häufiger deckeinsatz zu HD führt.
oder ist es eine äusserst subtile methode, dafür zu sorgen, dass verschiedene rüden zum deckeinsatz kommen (einmal noch decken und du musst zum röntgen!)?
auch die abschottung nach aussen ist bemerkenswert! wer sich die mühe macht, hunde zu importieren (stichwort blutauffrischung), wird damit bestraft, dass er zu dem ohnehin hohen aufwand auch noch röntgen machen muss. welchen sinn macht das denn?
wenn HD das vorrangige problem beim irish wolfhound wäre, könnte man diesen – zugegeben auch dann immer noch diskutierbaren – regelungen vielleicht auch was abgewinnen … aber die informationen, die ich von züchterInnen bekomme, deuten nicht auf HD als gefahr und vorrangiges IW-thema hin.
von kynologisch gebildeten menschen, die quer über verschiedene rassen blicken und denken, durfte ich erfahren, dass, das, was bei einer rasse längst schmerzhafte HD wäre, bei anderen rassen überhaupt kein problem, sondern im gegenteil, eher rassetypisch sei und den hund dabei auch nicht einschränken würde. ohnehin ist die beurteilung eines HD-röntgen eine sache der erfahrung und interpretation.
ich hab noch in erinnerung, dass einem irish wolfhound welpen schon HD diagnostiziert wurde. bei einem röntgen ohne narkose … der welpe ist – nachdem der besitzer mal kurz einem ohnmachtsanfall nahe war – inzwischen bei einer anderen TA in betreuung – oder eigentlich nicht mehr in betreuung, da innerhalb kürzester zeit richtig behandelt und beschwerdefrei. die davor anempfohlene HD-operation findet nicht statt …
es gibt sie wirklich, die irish wolfhounds, die erbärmlich laufen. schwach in der hinterhand und das oft schon in sehr jungen jahren. meine vermutung ist allerdings, dass es sich dabei viel zu oft um irish wolfhounds handelt, die nicht ausreichend bewegt werden. die zu wenig muskeln haben, um einen eventuell zu sehr “auf masse gefütterten” körper korrekt und wackelfrei zu bewegen. dieses thema betrifft nicht nur die irish wolfhounds. bei denen fällt es halt am stärksten auf, da sie die massigsten unter den windhunden sind.
aber wenn der trend dazu geht, gut und stark bemuskelte hunde, die auch und sehr erfolgreich sport machen, als “zu fett” beurteilt werden (nein, das war kein irish wolfhound.
), dann sind wohl noch mehr solche “regelungen” wie oben zu befürchten …
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