man kann alles übertreiben …

schröder hundeschulemit freundlicher genehmigung von schroeders hundeleben
es gibt sie immer noch, die hundeschulen, die mit e-schocker, stachelhalsband, leinenruck & co. arbeiten. und es ist gar nicht so leicht, was zu finden, wo mit positiver verstärkung aus überzeugung gearbeitet wird und nicht nur das schlagwort verwendet wird, weil es sich halt langsam aber doch rumspricht, dass es auch anders geht. die anzahl der menschen, die ihren hund so ausbilden wollen, steigt. und das ist natürlich auch eine willkommene zielgruppe.

es gibt aber auch das andere extrem, sozusagen die antiautoritäre erziehung in der hundewelt. oberstes gebot ist, dass dem hund nicht weh getan wird. das kann derart extreme züge annehmen, dass auch ein breites halsband schon als würger gilt, ein nicht-gesäuseltes wort inakzeptabel ist und sich der mensch – in letzter konsequenz – dem hund und seinen “bedürfnissen” unterordnet. endergebnis: der hund im brustgeschirr mit der schleppleine hinten dran als deutlich sichtbare kapitulationserklärung des menschen.

was diese menschen nicht umgesetzt haben, ist, dass autorität nichts mit primitiver gewaltanwendung zu tun hat. was sie nicht verstanden haben, ist, dass der hund konkrete orientierungspunkte braucht um ausgeglichen leben zu können, und dass ein hund spielregeln durchaus zu akzeptieren bereit ist, wenn sie nur konsequent und hundegerecht vermittelt werden. was sie nicht verstehen wollen, ist, dass nicht alle hunde gleich sind. ein neufundländer, der im brustgeschirr dahin trottet, die schleppleine hinten nach, mag noch funktionieren. beim windhund, der anatomisch ganz anders gebaut ist, sich mit den pfoten im galopp im brustgeschirr so verheddern kann, dass er sich schwer verletzen kann, der nach drei schritten im extremfall mit ca. 60km/h läuft und dann auch im brustgeschirr mit schleppleine nicht mehr gefahrlos zu stoppen ist, funktioniert das konzept brustgeschirr + schleppleine einfach nicht mehr. das tier lernt schnell, wann lernt der mensch?

sie nennen sich hunde-freundlich und verdammen den hund dazu, im eingezäunten gebiet zu laufen oder mit brustgeschirr und schleppleine. sie nennen sich hunde-freundlich und haben den menschen hinter dem hund längst vergessen. wer sich nicht mit brustgeschirr + schleppleine als hunde-freundlich deklariert, ist abgestempelt als hundequäler. hat keine chance mehr. wird verbannt aus dem hunde-freundlichen garten, in dem betreutes spielen € 8,- die viertelstunde kostet.

ein hochgerechneter stundensatz von € 32,- für betreutes spielen?! nun – immerhin ist die betreuung am hundespielplatz hochkarätig! man hat schliesslich viel geld für seminare ausgegeben und das geld muss wieder eingespielt werden. die zielgruppe ist klar definiert: hunde-freundliche menschen die unreflektiert hin nehmen, was man ihnen als hunde-freundlich vorsetzt. menschen, die die verantwortung für ihren hund abgeben an die hunde-freundliche person, die viele seminare besucht hat. ein-gott-glaube. ein-guru-glaube. das ist praktisch. es erspart nachdenken. es erspart hinterfragen. es erspart eigeninitiative. hunde-freundlich und ohne lernziel. denn ein hund, der lernt, auch ohne zaun rundherum frei zu laufen, ist schlecht. ganz schlecht für das geschäft … amen!

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