katzen würden mäuse – kaufen? “kaufen” würde ich schon mal schwer bezweifeln. und dass katzen nicht einmal selbstgefangene frische mäuse immer auffressen, beweist mir ein blick in den garten. lange zeit habe ich mich von diesem titel abhalten lassen, jetzt hat mir ein freund das buch geliehen, mit dem hinweis, es würde mir sicher gefallen. und ich stelle fest, ich hab es nicht nach wenigen seiten weg gelegt, aber ich begann sehr rasch, das buch quer zu lesen. den rotstift durfte ich ja nicht zur hand nehmen, das buch ist geliehen. ein radikales lektorat hätte diesem buch sicher nicht geschadet – im gegenteil. ich erinnerte mich selten so oft an einen journalisten, bei dem ich mal lernen durfte: jeder text wird durch kürzen noch besser! eine passage wurde sogar in zwei verschiedenen kapitel abgedruckt. aber sei´s drum – wozu lernt man querlesen.
vieles in diesem buch ist informierten leserInnen bereits bekannt, manches ist in der dramatik durchaus auch mir neu gewesen. wobei ich mir schwer tue, wie weit die dramatik eine dramaturgische ist. ich konnte mich des eindrucks nicht erwehren, hans-ulrich grimm würde gerne mal einen kriminalroman schreiben …
als hr. grimm von einem futterbestandteil schreibt, der quasi aus rinderschei*** bestehen würde, wurde ich hellhörig und ergooglte mir, dass auch das von vielen hundefreunden gerne verwendete enteroferment® – wie es die TA meines vertrauens so schön formuliert – nichts anderes als “getrocknete rindersch*** ist. naja, nicht ganz, es wird von bakterien produziert, die aus gedärmen entnommen wurden. soviel zur im buch so oft und gerne erwähnten ekelgrenze … natürlich macht es einen unterschied, ob derartige mittel im bedarfsfall verabreicht werden oder quasi permanenter bestandteil des futters sind, damit das futter überhaupt halbwegs aufgenommen werden kann. (bei agrar-tierfutter – so stellt der autor fest – ist diese verdauungshilfe wohl automatisch beigemengt …)
da enteroferment® auch begleitend zur antibiotikakur gegeben werden kann und agrarindustrietiere ja auf grund der haltungsbedingungen quasi unter dauerantibiotikagaben stehen, macht das ganze ja auch wieder sinn. wenn man in agrarindustrieller tierhaltung denn einen sinn sehen kann und mag.
doch der versuch, damit auf die ekelgrenze anzuspielen, geht ins leere. spätestens seit ich meinen hunden auch kutteln füttere, weiss ich, was ich bis dahin ohnehin schon ahnte: hunde definieren die ekelgrenze anders, als menschen. und der guru der BARFer, billinghurst, findet es ganz normal, dass hunde – im bedarfsfall – auch mal schei*** fressen. ich bezweifle also ernsthaft, dass hunde sich davon abhalten lassen würden, etwas zu fressen, nur weil wir menschen es als schei*** bezeichnen …
hr. grimm erwähnt übrigens auch das von mir gefütterte trockenfutter der firma GRAU. da mir unklar ist, wie er zu der auffassung kam, dass GRAU futter für “verschiedene krankheiten” anbieten würde, habe ich eine lesermail geschrieben und warte noch auf antwort. die antwort klärt für mich wohl auch, wie ich den rest der recherchen beurteilen kann.
über die ekelgrenze der hunde habe ich bereits geschrieben. die lektüre dieses buches kann allerdings – ihrer eigenen ekelgrenze entsprechend – dazu führen, dass sie jetzt aber wirklich darauf verzichten, fleisch-/milchprodukte aus konventioneller herstellung selber zu essen. wenn das tierleid kein argument war, um sie am verzehr von fleisch aus konventioneller haltung zu hindern, dann könnte es die ekelgrenze sein.
ob “BARF” schon der weissheit letzter schluss ist, wenn man die informationen dieses buches verinnerlicht hat, wage ich auch vor der antwort des autors stark zu bezweifeln. stimmig wäre es erst dann, wenn sämtliche bestandteile des hundefutters aus biologischer landwirtschaft stammen würden. denn nur dann könnte ausgeschlossen werden, dass “ekel-industriefutter” auch über den zwischenwirt rind, lamm oder huhn in den hund gelangt. und – hand auf´s herz: wer kann sich ausschliesslich bio-futter für den hund wirklich leisten? ich kann es nicht. also bleibt die futterfrage weiterhin ein suchen nach dem optimalen und auch leistbaren weg zwischen den angebotenen möglichkeiten.
p.s.: der autor betreibt unter => dr. watson der food detektiv® übrigens eine website zum “menschenfutter”. lesen auf eigene gefahr, es könnte ihr einkaufsverhalten radikal verändern.




Guten Morgen Margot, magst Du Käse?
Hier ein Satz aus http://de.wikipedia.org/wiki/Lab :
” Lab wird aus dem Labmagen junger Wiederkäuer im milchtrinkenden Alter gewonnen und hat die Eigenschaft, das Milcheiweiß Kasein so zu spalten, daß die Milch eindickt, ohne sauer zu werden, daher werden mit Lab erzeugte Käse auch als Süßmilchkäse bezeichnet. Das Lab war schon im Altertum bekannt, und Aristoteles rühmt das Lab von jungen Hirschen oder Rehen als besonders wirksam.”
Die Betonung liegt auf “milchtrinkend”. Besonders bei uns in Österreich wird von den Bauern immer noch originaler, getrockneter, kleingeschnittener und selbst aufbereiteter Labmagen zum Käsen verwendet.
Und aus dem gleichen Lab wird Enteroferment hergestellt, daher ist es ja auch so teuer – UND ES IST BEILEIBE KEINE SCH…, sonst könnte man es ja aus dem austretenden Endprodukt der Kälber gewinnen.
Herrn Grimm empfehle ich bessere Recherche, bevor er solchen bullshit – wenn Du magst, kannst Du hier rezensieren
– weitergibt.
Und zu den Katzen ist zu sagen, daß sie nur dann die Mäuse (und leider auch Eidechsen etc) fressen, wenn sie minimal, d.h. nur mit der bei Bauern üblichen Morgenmilch gefüttert werden.
Zum Buch: ich fand den Titel nett, aber ein Bißchen zu ichweißnichtwie …. und hab dann in der Buchhandlung nicht mal quergelesen. Vielleicht wäre ich zu einer Stelle gekommen, in der womöglich doch der Hinweis steht, daß alle Windcaniden zuerst den Bauch ihrer getöteten Tiere aufreissen und Magen und Därme samt Inhalt verschlingen – weil sie diese Stoffe brauchen. Wenn nicht, fehlt dem Buch eine weitere essentia quinti, wie die Alchemisten früher zu sagen pflegten. lg Iris