von donnerstag abend bis sonntag nachmittag fand in der nähe von telc/cz der 2. tullamore cup statt. dabei ist nur, wer eingeladen wird und ich freue mich, dass edita mich auf die gästeliste setzte. da zwei unserer drei hündinnen ausgerechnet zu diesem wochenende läufig waren, folgte ich mit lilly alleine der einladung.
untergebracht waren wir in einem camp mit bungalows, die ausreichend platz auch für grosse hunde boten. die bungalows stehen unter laubbäumen, es gibt ein kleines restaurant und einen aufenthaltsraum. rund um das camp gibt es ausreichend möglichkeiten, mit hunden spazieren zu gehen oder sie auf einer grossen wiese spielen zu lassen. kurz: der perfekte ort für ein gemütliches wochenende mit hunden. bloss – das wetter … am donnerstag abend regnete es heftig und wir befürchteten ein wochenende mit irischem wetter. zumindest das coursing müsste bei solchen bedingungen aus sicherheitsgründen abgesagt werden. doch ab freitag morgen hatten wir durchgehend traumhaft schönes herbstwetter.
bis freitag nachmittag trudelten nach und nach alle gäste ein, die der einladung folge geleistet hatten. einige nutzten den tag, um die naheliegende stadt telc zu besuchen. der kern der stadt ist wunderbar restauriert und besteht durchgehend aus alten häusern, teilweise mit scraffito-fassaden. ein haus schöner, als das andere. der ganze platz ist mit kopfsteinpflaster belegt. teile der stadt sind unesco-weltkulturerbe und eigentlich wäre alleine telc ein ganzes wochenende wert.
doch das eigentliche ziel war der tullamore cup, alles rund um den irish wolfhound. am abend gab es die möglichkeit, zwei vorträge zu besuchen. dr. ewa slota/PL sprach über DNA-analyse in der hundezucht, dr. thomas blom/SWE erklärte, warum irish wolfhounds coursen können und sollen und was zu beachten ist, damit die hunde den sport auch sicher betreiben können.
am samstag stand die tullamore cup show auf dem programm: gary janssens beurteilte die anwesenden hunde. es konnten alle hunde, auch kastraten oder hunde ohne papiere, vorgestellt werden und hr. janssens nahm sich sehr viel zeit für sein urteil. es gab für jeden einen bericht und anschliessend an jede klasse eine ausführliche erklärung, wie er zu diesem urteil gekommen ist. benotung im herkömmlichen sinn gab es nicht, nur eine reihung. anschliessend gab es eine ganze reihe von wertungen von “bester kopf” über “bester gang” bis zu humoristischen wertungen wie “phlegmatischster hund” oder “schnellster esser”. ich denke, dass besonders der bewerb “schnellster esser” den hunden am besten gefallen hat. aber auch die zuseherInnen hatten jede menge spass. im mittelpunkt stand der irish wolfhound, konkurrenzdenken fand einfach nicht statt. jeder freute sich mit jedem.
am abend zeigte gary janssens/BE an einer hündin, wie man trimmt, welche werkzeuge man verwendet, worauf man besonders achten sollte und mit welchen tricks man arbeiten kann. nebenbei erklärte er auch, dass er viel zu gerne ausstellen würde und sich deshalb nicht um das richteramt bemüht hätte. es sei für ihn einfach unvereinbar, selbst auszustellen und richter zu sein. schön, sowas zu hören!
als olimpia fertig getrimmt war, hielt regine vandamme/BE einen vortrag über künstliche befruchtung in der hundezucht. sie erklärte, welche methoden es überhaupt gibt und wie erfolgsversprechend und aufwändig sie jeweils sind.
die vorträge wurden übrigens alle in englischer sprache gehalten und simultan tschechisch übersetzt, genauso wie während der show simultan übersetzt wurde. kompliment an die mir namentlich nicht bekannte übersetzerin! man kann so eine veranstaltung also problemlos “zweisprachig” durchführen. wobei ich auch anmerken möchte, dass die meisten der anwesenden überwiegend tschechInnen hervorragendes englisch sprachen!
am sonntag fand das tullamore cup coursing statt, gerichtet von thomas blom. die jüngsten legten die ersten meter hinter dem hasen und neben den besitzerInnen zurück, die älteren hatten eine gerade oder rolle zu absolvieren und ab den junioren konnte der gesamte kurs gelaufen werden. das olympische motto zählte und so mancher besitzer hätte sich gute noten erlaufen, wenn der richter darauf vorbereitet gewesen wäre und die entsprechenden bewertungsbögen zur hand gehabt hätte.
das team am hasenzug war perfekt und fand für jeden hund das richtige animo. es waren nicht nur irish wolfhounds am start, sämtliche anwesenden hunde durften sich im coursing üben. besonders die ridgebacks forderten mit ihrer coursing-schläue die hasenzieher heraus. vom start weg kürzten sie ab, doch der hasenzieher stand buchstäblich am längeren hebel und legte den “hasen” einfach nach den ersten metern still. so mussten die ridges doch wieder zurück, um die verfolgung des “hasen” erneut aufnehmen zu können.
doch zurück zu den irish: es war erfreulich, soviele engagierte und sportliche irish wolfhounds in allen altersklassen laufen zu sehen! wenn mancherorts gewitzelt wird, dass irish ja immer nur ein paar meter hinter dem hasen her hoppeln würden und die wetten bestenfalls darauf hinausliefen, wer die meisten rollen schaffen würde, so konnte man am sonntag sehen, dass es eine ganze reihe guter courser auch unter den iw´s gibt. ich bin überzeugt, dass auch anfängerInnen an diesem tag gefallen am coursing gefunden haben. in absolut entspannter atmosphäre konnte jeder einfach mal ausprobieren. das nenne ich gute nachwuchsarbeit!
die ehrung der coursing- und gesamtsieger beendete das wochenende und danach reisten alle relativ rasch ab um noch bei tageslicht möglichst weit in richtung heimat zu kommen.
so ein wochenende mit ausstellung, sport und spannenden vorträgen ist eine wunderbare gelegenheit, kontakte zu knüpfen und zu pflegen und gleichzeitig ganz viele hunde – zum grossen teil in privathänden – kennen zu lernen. so stelle ich mir eine “breed show” vor. es wäre schön, so eine veranstaltung auch in österreich zu haben. vermutlich ist aber der weg über einladung statt über ausschreibung der zielführendere. auch der arbeitsaufwand ist nicht zu unterschätzen. besonderen dank deshalb an edita, petra & barbora inkl. namentlich unbekannter “stiller helferlein”, die dieses wochenende ermöglicht haben. danke auch an das ehepaar, welches das camp leitet für die gastfreundschaft. wir haben uns sehr wohl gefühlt, viel gelernt und viel spass gehabt.




aktuelle kommentare