hier kommt er endlich, der => lange versprochene erfahrungsbericht zur mistral 500, unserem hasenzug.
wir können den hasenzug jederzeit auf einer wiese eines befreundeten bauerns nutzen. leider geht sich da nur eine gerade mit maximal einem sehr offenen winkel aus. da die wiese aber bergauf geht, ist es bestens geeignet für antrainieren oder trainingsunterstützende “handslips”, also kurze sprints. ausserdem kam der hasenzug im jänner in galtür beim speedrace – eine gerade auf schnee – zum einsatz.
abgesehen von fehlbedienung durch uns gab es keine pannen, im gegenteil, wir sind mit dem gerät äusserst zufrieden. es ist perfekt für den privaten einsatz, taugt aber genauso gut für kleinere einsätze im vereinsumfeld.
antrieb:
angetrieben wird der robuste elektromotor über eine autobatterie. wenn sich die batterie im abgestellten auto befindet, garantiert der hersteller fünf volle züge (700m), es können aber – je nach befindlichkeit der batterie – auch 8 züge sein. da wir privat max. 2x und da nur zw. 2-300m ziehen, haben wir unsere batterie noch nie leer gemacht. vom hersteller, herrn holtorff kam heute per eMail die ergänzung, dass er in donaueschingen an einem tag 40 x 300 meter ziehen konnte, ohne die batterie neu laden zu müssen.
für den vereinsmässigen einsatz beim speedrace hatten wir eine konstruktion aus autobatterie und ladegerät, welches dauerhaft am stromnetz hing. klappte tadellos, auch bei deutlichen minusgraden. der motor ist stark (schnell) genug, auch einen greyhound zu ziehen. einziger nachteil: der motor ist entweder an oder aus, stufenlose temporegelung gibt es nicht. da aber der ausgeklügelte mechanismus für eine gleichmässige aufwicklung der schnur sorgt, kann man mit etwas übung im “stop-and-go”-betrieb das tempo gut anpassen. ausserdem wird der “hase” damit interessanter, wenn er “hoppelt”.
“hase”:
der beigelegte “hase” dient als dummy, nach dessen muster ein bis zu zwei kg schwerer “hase” nachgebaut werden kann. ich bastle unsere “hasen” aus alten jeansbeinen und bunten kunststoffsackerln. lerneffekt aus galtür – auf schnee: bei sehr rutschigem untergrund braucht es einen sehr schweren “hasen”, damit die schnur beim “stop-and-go” nicht – trotz ausgeklügeltem aufrollmechanismus – schlaufen auf der rolle zieht. befestigt wird der “hase” mittels einer schnur mit geringerer reissfestigkeit, als die hauptschnur hat, damit ist gewährleistet, dass in den meisten fällen nur diese verbindungsschnur reisst und nicht die hauptschnur.
schnur:
wir entschieden uns für die 500m-schnur, es ist eine geflochtene schnur, die relativ unelastisch ist und den zug des motors sehr direkt weiter gibt. normalerweise bleibt sie auch – siehe oben, verbindungsstück – ganz. in galtür gelang es uns trotzdem, die schnur zu zerreissen. wenn man auch noch so ungeschickt ist, die schnur verheddern zu lassen, verbringt man ein bis zwei fernsehabende damit, die schlaufen wieder zu entdröseln. verknoten geht wesentlich schneller: die beiden schnüre – ende an ende – aneinanderlegen, einen knoten machen. enden sauber und sehr kurz abschneiden und mit einem feuerzeug veröden. klappt tadellos, die schnur kann wieder wie gewohnt eingezogen werden.
eine kunststoffschnur, ungeflochten und einer angelschnur vergleichbar, die wir beim hasenzug einer freundin sehen konnten, traf nicht unseren geschmack. sie “federt” nach und sorgt dafür, dass der “hase” die beschleunigung nur mit verzögerung annimmt. ist aber sicher auch “geschmacksfrage”. die maschine erlaubt auch 700m schnur, oder, wenn man sich für eine dünnere schnur, die aber weniger reissfestigkeit hat, entscheidet, auch 1.000m. wir sind mit den (jetzt nicht mehr ganz) 500m gut über die runden gekommen, haben aber auch noch nie einen parcours gezogen.
rolle(n):
zur zeit haben wir nur eine rolle, brauchen auch nicht mehr, da wir noch keine wiese haben, auf der wir einen richtigen parcours stecken könnten. die rolle ist durchdacht und wird mit drei heringen im boden verankert. sie ist sehr flach und vermutlich kein problem für einen hund, der irrtümlich drauf tritt. einmal ist es uns gelungen, die schnur bei einem “stop-go” auszuhebeln, aber üblicherweise führt die rolle die schnur zuverlässig. sie ist mir jedenfalls sympathischer, als die sehr hohen rollen, die ich auch schon gesehen habe. nachteil: man kann sie leicht übersehen und wenn man sich nicht gemerkt hat, wo man sie verankert hat, kann man schon mal ein weilchen suchen gehen. bei parcours in etwas höherem gras empfiehlt sich deshalb wohl ein fähnchen zur markierung.
fazit:
wer also ein gelände hat, wo er mit dem auto zufahren kann oder mit einer konstruktion aus batterie und aufladegerät ein stromnetz zur verfügung hat, ist mit der mistral 500 sehr gut beraten. wenn man keinen rundkurs stecken kann, braucht man – mangels fernbedienung – mindestens zwei personen – eine für den hasenzug, eine zum starten des hundes. längere schnur und weitere rollen können jederzeit nachgekauft werden, man kann also – wie wir – mit einer grundausstattung anfangen und bei bedarf erweitern. als zubehör empfiehlt sich ein gummihammer mit “haken” zum rausziehen der heringe. man kann die heringe aber auch bequem mit einem leinenkarabiner “ziehen”. im koffer kann man “hasen”, gummihammer und ein paar rollen bequem verstauen und hat so alles zusammen, was man benötigt. die ausführung ist sehr robust und auch entsprechend schwer. doch wer einen irish halten kann, kann locker auch diesen koffer tragen. weite strecken wird er ohnehin nicht transportiert, da er ja an der autobatterie angehängt wird.
herr holtorff berät gut und geduldig, auch lange nach dem kauf. ich kann die mistral 500 also wirklich empfehlen.
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