wolfsromantik – gedanken.

noch ein artikel aus dem archiv, an dem ich mich in letzter zeit wieder öfter erinnere:

photo: flickr.com

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viele menschen die ich kenne, neigen dazu, irish wolfhound auf “wolf” oder – verniedlichend – “wölfchen” zu verkürzen. da es mich dabei regelmässig zusammenkrampft, habe ich versucht, meine gedanken dazu zu sortieren. woher kommt mein gesträubtes nackenhaar bei der verwendung des wortes “wolf” für den wolfshund? beginnen wir mit ein paar begriffsbestimmungen:

der wolf (Canis lupus) ist eine Hundeart in der gattung Canis. genaueres lässt sich in lexikalischen werken nachlesen. landläufig gilt der wolf immer noch als vorfahre des haushundes (wie der affe lange zeit als vorfahre des menschen galt), inzwischen verbreitet sich die meinung, dass wolf und haushund gemeinsame vorfahren haben. es gibt verschiedene denkschulen, wer die wahrheit hat bleibt offen. in der mythologie ist der wolf, der einsame wolf, sinnbild für unabhängigkeit, einzelgängertum, durchaus männlich charakterisiert. (vgl. männer, die als “einsame wölfe” tituliert werden, hermann hesse´s steppenwolf) es gibt auch männliche vornamen, die auf den wolf zurückzuführen sind (wolfgang, wolfhard, wolf) obwohl es die “einsamen wölfe” auch bei den wölfen gibt, ist der normalfall doch das leben im rudel. im mittelalter begann zusehends die dämonisierung des wolfes, durchaus auch damit zusammenhängend, dass wölfe für sesshafte menschen mit viehhaltung zu feinden wurden. der wolf bietet also eine schillernde aura von verehrenswürdig bis vedammenswert. auf jemanden, der “einen wolf zähmt” färbt das ab. es muss ein mutiger mensch sein. oder ein verehrenswürdiger oder so was in der art auf jeden fall.

der haushund gilt als ältestes haustier, als “bester freund des menschen”. da der hund den menschen schon seit tausenden jahren begleitet (auch hier gibt es die verschiedensten zahlen, gesichert ist – seeeehr lange schon gehen hund und mensch gemeinsame wege), hat er sich perfekt angepasst (oder war es umgekehrt?  ). er kann den menschen “lesen” und er geniesst privilegien, die er als freilebendes tier nicht hätte. ich wage es zu bezweifeln, dass der mensch auch nur annähernd gleichwertig gelernt hat, den hund zu “lesen” und verstehen … viel zu oft wird er vermenschlicht und schlicht fehlinterpretiert. und immer wieder werden hunde auch einfach schlecht behandelt. so mancher hund hasst wohl den tag, andem sich der erste hund den menschen angenähert hat …

der wolfhund (tschechischer) ist eine kreuzung zwischen wolf und hund, die bewusst oder unbewusst passiert. bewusst von menschen, die sich erkenntnisse davon erwarten oder einen “fast richtigen wolf” zähmen wollen, unbewusst, indem sich streunende haushunde mit freilebenden wölfen verpaaren. welpen solcher verpaarungen, die von wölfinnen geworfen werden, werden tunlichst eingefangen, um weitreichende tw. ungeahnte folgen zu verhindern.

der wolfshund (irischer) ist ein hund, der bevorzugt zur jagt auf wölfe eingesetzt wurde. er hat genetisch nichts mit dem wolf zu tun. zumindest nicht mehr, als jeder andere haushund, wenn man der “hund-stammt-vom-wolf-ab”-theorie folgt.

warum also um alles in der welt, nennen soviele menschen einen irischen wolfshund “wolf”? nennen die einen deerhound auch “hirsch”, einen dachshund “dachs”, einen foxhound “fuchs” oder einen otterhund “otter”?!

photo: flickr.com

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für mich bleibt die assoziation, dass es der mehr oder weniger geheime wunsch ist, einen “gezähmten wolf” an der seite zu haben. was romantisch-verklärtes. oder auch, wie es ein bekannter unlängst in einer diskussion formulierte “das biest in meinem bett” – was grausames kontrollieren. und mit dieser philosophie kann ich halt so gar nix anfangen.  ich finde, ein hund ist ein hund ist ein hund.

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quellen:
wolf in der mythologie - wikipedia
der wolf - wikipedia
der hund - wikipedia
tschechoslowakischer wolfhund - wikipedia
saarlos wolfhund - wikipedia
irish wolfhound - wikipedia
dogwiki

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