dortmunder appell – was soll das?
eines schicke ich voraus: ich stehe nach wie vor voll inhaltlich zu den gedanken des dortmunder appells.
vor einiger zeit schon hat mich sehr befremdet, dass eine person, die sich als mitinitiatorin des dortmunder appells darstellte, in einem forum, welches sie administrierte, sehr massiv gegen “die züchter” auftrat und sehr viel “weisheit” aus eigener zuchterfahrung kund tat. züchterin einer rasse übrigens, die ganz weit oben auf der liste der qualzuchthunde steht. nun, ich hab mit erfahrungsaustausch kein problem, im gegenteil, ich suche ihn. doch in dem fall entstand keine diskussion. nach und nach wurden alle, die auch nur geringfügig anderer meinung waren, zugetextet und verzichteten nach und nach auf weitere beiträge. man teilte sich per pn gegenseitig mit, dass man wohl nichts mehr posten werde. ich hab meinen account sehr schnell wieder löschen lassen.
gut – dachte ich mir – der dortmunder appell macht ja nach wie vor sinn und dass es ein paar trittbrettfahrerInnen gibt, damit muss man grosszügig umgehen. man muss ja nicht mit allen können.
ein weiterer – definitiver – mitinitiator des dortmunder appells hatte, ziemlich rasch nachdem ich den appell entdeckte, einen text extra für die seite des dortmunder appells verfasste, ein buch raus gebracht, welches sich mit dem thema hundezucht befasst. auch da schluckte ich meine bedenken runter. wer sich so intensiv mit der materie befasst, kann auch ein buch dazu schreiben. warum nicht? wer weiss, wie lange die vorarbeiten zu dem buch waren. und warum nicht auch eine wechselwirkung zwischen dortmunder appell und buch positiv nutzen.
mitte oktober 2009 trug der herausgeber dieses buches die bitte an mich heran, doch für ein buch zum thema hundezucht auch texte zu verfassen. ich schickte ihm zwei links zu meinem blog und zu unserer zwingerseite und fragte ihn, ob er mit diesen oder ähnlichen texten, die ich in den letzten jahren geschrieben hätte, was anfangen könnte. und auch über photos könne man gerne reden, wenn er denn welche benötige. die mail wurde nie beantwortet. gut – so ein buchprojekt kann sich ziehen – also fragte ich nicht weiter nach, wenn der herr texte will, wird er sich wohl schon wieder melden.
denkste! heute – keine sieben wochen später – kommt eine mail an die “lieben autoren und co-autoren” in der das fixfertige buch vorgestellt wird! ein buch mit 172 seiten! ich habe als layouterin/graphikerin und journalistin eine ungefähre ahnung davon, wie lange es dauert, ein buch dieses umfangs sorgfältig geschrieben, recherchiert und redigiert herauszubringen. meine persönliche einschätzung: entweder, dieses buch ist von vorne bis hinten zusammengetragen und schnell, schnell rausgestampft, oder es gibt da eine ganze reihe von leuten, die im hintergrund arbeiten.
in diesem buch befindet sich lt. herausgeber auch ein text, der von unserer zwingerhomepage entnommen wurde. ich habe keine ahnung, in welcher form er abgedruckt wurde ich erhielt nie eine korrekturfahne und selbstredend gibt es keine autorisierung durch meine person geschweige denn eine wie auch immer geartete honorarvereinbarung.
(als vor vielen jahren einmal jemand aus forenbeiträgen ein buch “gemacht” hat, bekamen die “co-autorInnen” die vor erscheinen des buches keine ahnung über die verwendung ihrer texte hatten, wenigstens im nachhinein zwei bücher und zwei doppel-CD’s als entschädigung.)
sollte also jemand das buch => “unsere stimmen für den hund – anmerkungen zur lage des rassehundes” kaufen und einen text von mir entdecken, bitte ich um information. ich habe den herausgeber heute aufgefordert, meinen unautorisierten text umgehend aus dem buch zu entfernen.
sollte noch jemand um texte gefragt worden sein und die jetzt gedruckt sein, ohne dass es vorher nochmal eine freigabe durch den/die autorIn gab – das ist ein mehr als bedenkliches vorgehen um nicht zu schreiben eine bodenlose frechheit und muss nicht toleriert werden. immerhin verdient der herausgeber mit dem buch geld (verkaufspreis für ein paperback € 16,90,seine marge als verlag, produktklasse BoD Fun, papier weiss 90g, einband paperback, standardbuchformat mit 172 seiten ohne farbigen seiten € 4,50 inkl. ust./buch)
die papierangaben, standardformat und BoD Fun, keine farbseiten sind meine annahme. 172 seiten und paperback steht fest. jede/r ist herzlichst eingeladen, beim => Bod-kalkulator selber ein paar varianten durchzuspielen.
für mich bleibt nun ein äusserst schaler nachgeschmack zum dortmunder appell. für mich wirkt das nun, als würde da ein grüppchen von leuten abermals auf dem rücken von hunden agieren, indem vordergründig sinnvolle forderungen gestellt werden, die energie der betreiberInnen aber in den selbstzweck geht. wer sich gutgläubig engagiert, kann, ehe er sich’s versieht, ausgenutzt werden. schade um die idee, schade um dieses projekt. ich werde es nicht weiter bewerben.