kastration – ein routineeingriff?

die kastration einer hündin ist heutzutage ein standardeingriff, könnte man vermuten. da es bei windhunden zu narkosekomplikationen kommen kann und zwei praktische tierärztinnen es ablehnten, den eingriff vorzunehmen, lag die entscheidung nahe, in jene tierklinik zu gehen, in der die hündin bereits erfolgreich operiert wurde. ohne jegliche probleme mit narkosen. 

dass eine klinik immer etwas teurer ist, als ein einfacher tierarzt, ist bekannt. dass die hündin bereits bei betreten dieser klinik erhöhten stress hat, wurde ebenfalls zähneknirschend in kauf genommen. was jedoch dann ablief, hat mich schwerstens enttäuscht. nicht nur, dass die operation => wesentlich mehr kostete, als erwartet, es wurden nur die eierstöcke entfernt. das soll das inkontinenz-risiko minimieren, da auch die gebärmutter alleine immer noch hormonell aktiv ist. doch eine zukünftige pyometra wird damit nicht zuverlässig ausgeschlossen …

mag man das noch als widerstreit verschiedener lehrmeinungen gelten lassen, stellte sich das riesige pflaster, welches quer über den teilrasierten bauch samt frischer narbe geklebt wurde, nicht nur als unnötig sondern auch noch als neuerlicher stressfaktor heraus: zwei tage lang sprang die hündin immer wieder quietschend auf, als schon bei kleiner bewegung das pflaster ziepte. panisch lief sie jedesmal im zimmer im kreis. das passierte – natürlich – auch nachts. da wir am anfang nicht wussten, was der auslöser war und nur wussten, dass sich der hund eigentlich nicht viel bewegen sollte, stieg auch bei uns der stresspegel kontinuierlich an.

nach zwei tagen wagten wir es dann endlich, das pflaster vorsichtig zu entfernen. jeder, der schon mal ein pflaster von einer behaarten stelle des körpers abgerissen hat, weiss, was das heisst. das pflaster ruckartig abzureissen wagten wir aber – wegen der frischen narbe darunter – nicht … ab dem moment, ab dem das pflaster weg war, gab es keine probleme mehr.

viola ist zwar immer noch genervt weil sie nach wie vor leinenpflicht hat, doch in ein paar tagen ist auch das vorbei. wenigstens das nähte entfernen ist dank selbstauflösender fäden nicht notwendig. was bleibt, ist ein schaler nachgeschmack: beim versuch, das beste für den hund zu erreichen gnadenlos gescheitert und dafür auch noch mehr als notwendig bezahlt. kastrationen sollen auch schon um € 350,- erfolgreich durchgeführt worden sein. gesamtkosten, versteht sich. und ohne pflaster.

weitere einträge zum thema:

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>