jahrelang wurden models immer dünner. für unsereins sahen sie krank aus, doch die modebranche jubelte diese models hoch. es entstand ein wettbewerb aus dünn und noch dünner. models begannen, in orangensaft getränkte wattebäusche zu “essen” um in dem gnadenlosen geschäft mithalten zu können. kritik von aussen wurde abgetan … man würde die schönheit nicht erkennen und die models wären alle gesund. bis – ja, bis models tot von den laufstegen fielen. zu tode gehungert. konsequenzen der modebranche? so gut wie keine. der druck zur veränderung musste von aussen kommen. einzelne länder gaben einen mindest BMI für models vor, es wurde stärker kontrolliert. inzwischen gibt es die ersten magazine, die erklären, keine photos magersüchtiger menschen mehr abbilden zu wollen. langsam beginnt ein umdenken und irgendwann wird es auch die modebranche erreichen.
ähnliches passierte bei skispringern. im kampf um weiten wurden die springer immer dünner. bis – ja, bis eine regel gefunden wurde, bei der die skilänge an den BMI gekoppelt ist. seit dem sehen skispringer nicht mehr ganz so mager aus.
warum ich das schreibe? weil es zeigt, wie schnell das menschliche auge sich an extreme gewöhnt und das dann als normal empfindet. wer permanent überwinkelte hunde sieht, hält das für normal und denkt, dass normal gewinkelte hunde zu steil sind. wer permanent zu fette hunde sieht, gewöhnt sich daran, hält es für substanz und nennt einen normalgewichtigen hund unterernährt. wer permanent hunde mit langem haar sieht, hält das für normal … und wer permanent hunde mit eingedrückter nase sieht, hält das für normal … das hundeausstellungswesen fördert extreme und das, was im showring vorne steht, hat mit dem durchschnittshund in etwa so viel zu tun, wie ein topmodel mit einem durchschnittsmenschen.
obiges beispiel aus der modebranche zeigt auch, dass sich solche systeme kaum von innen regulieren. das ausstellungswesen und die zucht auf ausstellungsergebnisse wird immer weiter extreme hervorbringen ohne rücksicht auf verluste. die ausstellungsvereine zuchtvereine werden sich hüten, gegen ihre klientel zu arbeiten. und die showhunde-züchterInnen werden mit championatsurkunden “argumentieren”, die resultat so vieler vorzüglicher beurteilungen durch “ausgebildter richterInnen” seien. der druck zur veränderung muss von aussen kommen.
den für mich merkbaren anfang machte eine => BBC-dokumentation, die dazu führte, dass => pedigree® sich als sponsor der crufts, der show der shows, zurückzog. darauf reagierte auch der britische kennelclub, einige rassestandards sind in überarbeitung.
die aktuellste meldung zum thema kommt aus der schweiz, wo jetzt exemplarisch ein hundezüchter angezeigt wurde.
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