es kommt leben in die showszene.
die show der shows ist unter druck geraten. eine BBC-reportage hat dazu in der öffentlichkeit den anstoss gegeben, pedigree® hat darauf reagiert und sich als sponsor zurückgezogen. langsam zieht das thema nun seine kreise. gut so! denn shows, wie sie zur zeit statt finden, sind – zumindest beim irish wolfhound – schlecht für die hunde. ich gehe aber davon aus, dass sich das “schönheitsproblem” quer durch alle rassen zieht. => hier wird in whippetkreisen heftig diskutiert.
Monika Krupp
14. Januar 2010 | 09:19 UhrHallo Margot,
leider wurde mein Kommentar im besagten “Whippetkreis” gesperrt, darum werde ich ihn gerne hier einfügen:
Crufts Dog Show vor dem Aus?
Seit der Ausstrahlung der BBC-Dokumentation ‘Pedigree Dogs Exposed’, siehe auch
http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=44215931
hat sich in England einiges getan bezüglich öffentlichem Ansehen des Kennel Club.
Das führte bereits zu einigen Veränderungen. Jetzt las ich in einem Züchterblock vom drohenden Ende der Crufts Dog Show, es gäbe Probleme mit dem Hauptsponsor Pedigree und der RSPCA.
Deshalb weise ich ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um Falschmeldungen handelt! Diese Komplikationen ergaben sich 2008 und seither hat sich in England doch schon einiges bewegt und die Wogen sind geglättet!
Siehe auch:
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article5008996.ece
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article4761471.ece
http://www.crufts.org.uk/
Bitte beachtet das Datum der Artikel der Times!
Es besteht kein Anlaß, in Panik zu verfallen! Niemand will etwas Böses! Nur wollen viele Menschen einen gesunden Hund, das ist alles.
Und je offener und kreativer die Hundescene bis in die Mikrokosmen der einzelnen Rassescenen mit Problemen verfährt, umso unwahrscheinlicher sind restriktive Einschränlungen von außen, die durch negative Vorurteile entstanden sind.
Hier darf sich also im Zweifel jeder an die eigene Nase fassen!
Und was heißt das z.B. beim Whippet?
Das heißt, dass es an der Zeit ist, endlich die Epilepsie-Genstudie voranzutreiben und sich mit dem Vorkommen lethaler Herzrythmusstörungen zu befassen, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Das heißt für mich auch, dass die Lokalisierung des Myostatindefektgens ein Riesenschritt ist, den man nicht peinlich verschweigen sollte. Im Gegenteil, ich bin in solchen Momenten mächtig stolz auf die “Scene”.
http://animal.discovery.com/videos/most-outrageous-wendy-the-whippet.html
Was ist an dieser Einstellung so schwer? Das steht uns doch gut zu Gesicht, uns so gut um die Rasse zu kümmern!
Und, um weiteren Gerüchten vorzubeugen, die oben erwähnte Dokumentation wurde nicht von der Peta initiiert.
Liebe Grüße!
Monika
margot
14. Januar 2010 | 09:25 Uhrhallo monika!
danke für deine aufklärung zu diesem http://superflys.de/2010/01/11/rscpa-will-hundeausstellungen-abschaffen/ verlinkten beitrag.
wie ich auch hier http://superflys.de/2010/01/12/ende-der-rassehunde-unvorstellbar/ kommentiert habe, bin ich für ein ende der ausstellungen, wie sie derzeit stattfinden, weil ich denke, dass sie schlecht für unsere hunde sind.
auch ich verstehe das prinzipielle verschweigen gesundheitlicher probleme nicht. hält man “die welpenkäuferInnen” wirklich für so dumm, dass sie nicht selbst zu recherchieren beginnen?
Monika Krupp
14. Januar 2010 | 09:53 UhrHallo nochmal,
ich denke, dieses traurige Kapitel hat einen anderen Hintergrund:
Als Züchter ist man auf gewisse Weise dem Käufer gegenüber in einer Machtposition, denn man “produziert” genau das, was der Käufer, der HundeLIEBhaber liebt, seinen Herzenshund!
Ich vermute ganz stark, dass der durchschnittliche Hundeliebhaber seine Liebe zum Hund bzw. zur Rasse auf den Züchter projeziert und schon hat man den “Deppen” namens Hundeliebhaber als Züchter an der Angel.
Aber völlig unabhängig von der tatsächlichen Situation in UK bin ich auch kein Freund der gegenwärtigen Ausstellungspolitik, obwohl ich gestehe, dass ich diese Veranstaltungen sehr zu schätzen weiß, weil ich dort z.B. sehr gut die Bewegungsabläufe im schnellen Trab zu sehen bekomme, was mir bei einer Sportveranstaltung doch eher selten unterkommt.
Nichtdestotrotz bin ich kein Freund der absolutistischen Bewertung mit Rängen und Titeln und würde den schlichten Kommentar: Steht im Standard oder eben nicht, vorziehen, weil so schon der Hype um den Topdeckrüden gebrochen wäre! Tja, das wäre doch mal was, wenn man Rüden in jedem Fall nach eigenem Dafürhalten und nicht nach Titeln wählen könnte – und ich würde im Einzelfall auch lieber sagen: Müsste!
Diese meine Überzeugung spiegelt meinen Glauben daran, dass man eine Rasse nicht permanent perfektionieren, sondern in all ihren Qualitäten erhalten sollte, wider. Prädikate sollten über eine ausgeklügelte ZWS erworben werden, aber nicht über – so ist es doch leider allermeist – den mehr oder minder vorhandenen Wohlgeschmack oder im schlimmsten Fall die Klüngelei einer Minorität der Liebhaber, die als Richter aktiv ist.
Um noch einmal auf UK zurückzukommen, so hoffe ich inständig, dass die bislang getroffenen Maßnahmen des Kennel Club sich auch in der Praxis als Fortschritt erweisen und nicht etwa alle fünfe gerade sein gelassen werden.
Leider ist mir die Intention dieser Darstellungen:
http://superflys.de/2010/01/11/rscpa-will-hundeausstellungen-abschaffen/
http://superflys.de/2010/01/10/uebernahme-des-kennel-clubs/
http://superflys.de/2010/01/09/weichenstellung-fuer-rassehundeverbot/
nicht schlüssig. Schlimm genug, dass erfahrungsgemäß nur wenige Liebhaber mit dem Englischen ausreichend vertraut sind, dass sie sich selbst informieren können, falls überhaupt ein Interesse daran besteht, diese Aussagen zu hinterfragen.
Noch viel schlimmer ist es aber, dass hier völlig grundlos – ob nun beabsichtigt oder nicht – Angst und Vorbehalte gegenüber einer Entwicklung geweckt werden, deren Folgen durchaus positiv ausfallen könnten.
Man darf sehr gespannt sein, was die Zukunft noch bringt!
Liebe Grüße!
Monika