is’ a manderl oder a weiberl?

diese frage gehört schon seit langem zu den ungeliebtesten fragen, wenn ich mit hunden unterwegs bin. wir hatten enya noch nicht lange bei uns, da ging eine ehrliche antwort auf obige frage ziemlich nach hinten los: wir waren im ort unterwegs, enya an der leine. als wir uns einer grossen kreuzung samt bahnübergang näherten, kam uns ein mann mit schäferhund an der straff gespannten leine entgegen und fragte: “manderl oder weiberl?” kaum hatte ich naiverweise “mädchen” gesagt, liess er den schäferhundrüden mit “daun mochans eh nix” los! an der strasse kam ableinen für mich nicht in frage und so hatten mein mann und ich zu tun, enya vor dem stürmischen schäferhundrüden mit beindruckender bürste am nacken fern zu halten.

seit dem antworte ich auf die frage konsequent mit “angeleinter hund”. das verursacht zwar regelmässig grosse kulleraugen beim gegenüber, fallweise auch eine dummfreche antwort, aber wenigstens sind diese leute dann so perplex, dass sie ihren hund nicht ableinen.

woher diese seltsame idee kommt, dass hündinnen und rüden sich untereinander nicht vertragen würden, während gegengeschlechtliche hunde immer nett zueinander wären, kann ich nicht nachvollziehen. wie wenig kann man sich mit einem lebewesen auseinandersetzen, das man täglich füttert und ausführt? wir halten ein hündinnenrudel und ich kenne eine ganze reihe von leuten, die mehrere hunde eines geschlechts problemlos halten und ausführen. und ich kenne situationen, wo sich “manderl und weiberl” böse in die haare gekommen sind.

besonders “lustig” wird es dann, wenn man mit einem gemischten rudel, vielleicht auch noch mit kastratInnen durchmischt unterwegs ist – was machen dies schwarz-weiss-denker dann?

dicht gefolgt in meiner negativen beliebtheitsskala ist nur mehr die situation, wo man sich mit der aussage “läufig” eindeutig als halterin einer hündin outet und postwendend der andere hund abgeleint los gelassen wird mit dem kommentar “is eh a weiberl” … ja und? soll ich jetzt meine läufige hündin ableinen?! noch nie was davon gehört, dass ein angeleinter hund es wenig prickelnd empfindet, wenn ein anderer hund freilaufend auf ihn los stürmt?

eine der ersten grundregeln, die wir in der hundeschule lernten, war: wenn man einem angeleinten hund begegnet, nimmt man den eigenen hund an die leine. der andere hund kann krank, läufig, alt, unsicher, böse, etc. sein. auf jeden fall hat es immer einen grund, warum der hund angeleint ist. wenn man die hunde spielen lassen möchte, fragt man vorher ob das in ordnung geht und dann leinen beide gleichzeitig ihre hunde ab. möchte das gegenüber das nicht, dann behält man den eigenen hund ebenfalls an der leine. punkt.

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