knoblauch – ein mythos hält sich tapfer.


mythen in der hundewelt halten sich erfahrungsgemäss sehr hartnäckig. ein solcher mythos ist der vom “giftigen knoblauch”. die aktuelle UH hat sich dem thema ernährung gewidmet. der hauptartikel zum schwerpunkt geht über mehr als 6 seiten und schliesst – sicher nur ganz zufällig – mit einem inserat der firma ROYAL CANIN ab. eine fachtierärztin für ernährung und diätetik am institut für tierernährung der veterinärmedizinischen universität wien zeichnet den artikel. und auf seite 10/UH 2-10 steht zu lesen:

<…> auch wenn in rezepten für rohfütterung immer wieder empfohlen wird, geringe mengen knoblauch zu füttern, raten wir davon ab. die toxische dosis von knoblauch für hunde ist nicht genau bekannt, und eine vergiftung kann zu schwerer blutarmut führen. <…>

soweit, so schlecht. offensichtlich hat sich die frei zugängliche datenbank des züricher instituts für veterinärpharmakologie- und toxikologie noch nicht bis zum institut für tierernährung der vet.med. wien herumgesprochen. jedenfalls ist in dieser datenbank die => toxische dosis knoblauch für hunde genannt: 5g frischer knoblauch/kg körpergewicht über 7 tage.

nehmen wir ein durchschnittliches gewicht von 2,5g für eine knoblauchzehe an, wäre das bei meiner iw-hündin lilly, 48kg, die menge von täglich 96 knoblauchzehen und das eine ganze woche lang. lilly hat einen gesegneten appetit und ich hab noch nichts gefunden, was lilly nicht frisst. aber wenn ich ihr 7 tage lang täglich 96 knoblauchzehen vorsetzen würde, würde auch sie mir die mittelkralle zeigen …

abgesehen davon – warum sollte ich ihr so viel knoblauch füttern?! ich hab mir noch nicht ausgerechnet, wieviele jahre ich mit 672 knoblauchzehen auskomme. und wir kochen wirklich gerne mit knoblauch.

tierärzte aus hamburg, die eine umfangreiche website mit dem thema kritische tiermedizin erstellt haben, formulieren es so:

Leider: Hysteriker regeln ihr Leben gerne in „Du darfst – Du darfst nicht“. Ist so schön einfach, und man kann die „Regeln“ teilweise bis ins hohe Alter sogar behalten. Der Nachteil: Die Überfürsorglichkeit führt in die Einseitigkeit der Ernährung. Daran verdienen Tierärzte.

=> glaubenskrieg um knoblauch und so

eine lesermail an die autorin des artikels und an die UH mit hinweis auf oben erwähnte links ist abgeschickt.

mag es für die wirksamkeit von knoblauch auch keine “wissenschaftlichen beweise” geben, so gibt es genügend unwissenschaftliche erfahrungswerte, die von der wirksamkeit knoblauchs gegen zecken und andere parasiten erzählen. ich selbst =>  zählte einen sommer lang zecken an enya in dem ich ihr knoblauchgranulat gefüttert habe. der erste tip den ich bei meinem ersten urlaub in griechenland erhielt, als ich mich wg. der vielen stechmücken am zimmer beschwerte, lautete: knoblauch und zwiebel essen! und tatsächlich konnte ich unbehelligt bei offenem fenster schlafen, wenn ich mittags und abends salat mit viel zwiebel und tzatziki mit viel knoblauch gegessen hatte. manchmal geht probieren über studieren.

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RSS Trackback URL 7. Februar 2010 (09:40)
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1 Kommentar»

  1. Monika Krupp

    7. Februar 2010 | 15:15 Uhr

    Böses, nein, pöhses Pflaster, denn wie redet man sich jetzt aus der IMHA-Diagnose raus?

    Von der Hysterie habe ich mich indes nie mitreißen lassen, dafür darf jetzt jeder sagen:

    Siehste, Deine Hunde hatten Magenaufgasung! Das hast Du davon!

    Und die Moral von der Geschicht? – Der Glaube versetzt Berge, egal ob einem der Kopf vor lauter Kratzen schon blutet!

    In dem Fall desillusionierte Grüße!

    Monika

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