
lilly unter rot im ersten durchgang mit lord gadhar celtic alanda (weiss), der gerade hinter dem sichtschutz verschwindet.
wir verbrachten ein tolles wochenende in tschechien und lilly startete mit 9 mitbewerberInnen beim CACIL/CACT coursing in kralupy/CZ, veranstaltet vom => CCC. obwohl es noch am tag zuvor extrem heiss war, bescherte uns der sonntag bestes coursingwetter. angenehme 20°C bei bedecktem himmel, leichter luftzug und regenfrei. der CCC leistete tolle arbeit. auf dem absolut flachen gelände “zauberte” er einen trickreichen parcours mit sichtblenden und einer hürde, die tatsächlich viele hunde zu tollen sprüngen veranlasste. nur ein einziges mal gab es ein technisches problem – ich konnte nicht erkennen ob riss oder maschinenproblem. jedenfalls wurde es promptest gelöst. der zeitplan wurde bestens eingehalten. das gelände ist fast durchgehend von hecken umgeben, so konnte man bequem den hund aufwärmen, ohne dass der dauernd “hasi” sehen konnte und vor dem start konnte man im schatten “parken”. man wurde rechtzeitig aufgerufen und konnte am sattelplatz mauli aufsetzen und relativ bequem warten. so bequem das eben mit einem aufgeregten irish an der leine ist.
für uns ungewohnt war, dass die irish wolfhounds als letzte rasse starteten, aber so hatte ich endlich mal gelegenheit, mir den parcours vor dem start anzusehen und mich mit den abläufen vertraut zu machen. sehr rasch erkannte ich, dass das – für spitzerberg-erfahrene – “langweilig”-wirkende gelände sehr trickreich und herausfordernd gesteckt wurde. es liess sich nicht vermeiden, dass “hasi” kurzfristig hinter den sichtblenden verschwand und ausser sichtweite gelangte. die hunde mussten also aufmerksam sein und/oder gut zusammenarbeiten.
1. durchgang
im ersten durchgang wurde nach alphabetischer reihenfolge gelaufen und da nur vier rüden am start waren, wurde nach CACIL-bedingungen gemischt gelaufen. lilly bekam also lord gadhar celtic alanda zugeteilt, der keine chance hatte, mit ihrem tempo mitzuhalten. also musste er mit geschicktem abschneiden nach hinten absichern, was er auch sehr gut machte. ich hatte gehofft, dass lilly über die hürde springen würde, doch sie war so schnell unterwegs, dass sie in einem zu spitzen winkel auf die hürden zulief und gar nicht in die verlegenheit kam, springen zu müssen. das gelände wirkte zwar einfach, weil flach, doch man nutzte das gelände perfekt aus und der parcours war eingetragene 950m lang. die hunde waren also wirklich lange unterwegs. im ziel war lilly erste und belegte “hasi” mit ihrer gewohnten “hasikrake”. lord gadhar blieb nur, abzuwarten, bis ich lilly von “hasi” pflückte.
perfekt ist auch das gelände hinter dem parcours. auf einem schattigen waldweg kann man einen fluss entlang traben um den hund gut abzulaufen. an mindestens einer stelle können die hunde bequem ins wasser gehen, was lilly auch reichlichst genutzt hat. “hasi” und schwimmen – das ist 100% nach lilly’s geschmack.
eine überraschung zum dessert
zu mittag konnten wir uns vor ort am buffet versorgen und durchaus gespannt auf die ergebnisse warten. ich konnte mir nur den ersten irish lauf, baruch mit agáta galen taur, ansehen, dann war ich mit lilly beschäftigt. als wir die ergebnisliste sahen, stellte ich fest, dass lilly bei den irish wolfhounds mit 189 punkten und fünf punkten vorsprung auf chivas paluduz in führung lag. routinemässig suchte ich dann in der liste nach hunden mit noch mehr punkten – und fand keine! lilly hatte tatsächlich den besten lauf des ersten durchgangs gelaufen! nun war ich wirklich beeindruckt!
nach der pause hatte ich wieder ausreichend zeit, die läufe der anderen rassen zu beobachten. in die andere richtung war der kurs nicht ganz so flüssig wie im ersten durchgang. so mancher hund bemerkte die sichtschutzmatten erst sehr spät und musste wendigkeit zeigen, um die matten nicht umzulaufen. fallweise hatte auch der hasenzieher viel zu tun, um an entgegenlaufenden hunden vorbei zu kommen. ich war also gespannt, wie lilly den zweiten lauf absolvieren würde.
2. durchgang
[direktlink zu youtube und video in höherer auflösung]
chivas kannten wir schon als starken läufer von einem tullamore cup coursing, doch diesmal konnte er der kondition und schnelligkeit von lilly nur wenig entgegensetzen. schon in der zweiten kurve musste er stark abschneiden und konnte sich damit – nur für kurze zeit – an die spitze setzen. in der zweiten hälfte des parcours blieb ihm ihm nur mehr, nach hinten abzusichern. und obwohl er vor dem ziel nochmal geschickt abkürzte, war lilly wieder erste am “hasi”. wobei – lilly hatte “hasi” schon am parcours einmal erwischt, doch “hasi” konnte nochmal entkommen. ich durfte einen sehr zufriedenen hund “abführen” und richtung fluss abtraben.
da baruch diesmal den letzten lauf im bewerb hatte, konnten wir ihn – aus der ferne – beobachten. abermals konnte ich sehen, was mich an ihm so begeistert: baruch hat unglaublich grossen ehrgeiz und einen starken willen. seine laufpartnerin gab sehr rasch auf und baruch musste alleine laufen. unbeirrt folgte er dem hasen, obwohl ihn die lange strecke doch sichtlich forderte. wir holten baruch zum gemeinsamen auslaufen ab und baruch und lilly genossen noch ein gemeinsames bad im fluss. baruch freute sich sichtlich, “sein mädel” wieder zusehen. hatte ich noch befürchtet, dass er sich zurechtweisungen abholen könnte, wenn er lilly “unter den rock guckt”, durfte ich feststellen, dass ihm ein kurzes kontrollschnuppern genügte, um zu wissen, dass dies ein sportlich-platonisches wiedersehen war.
anregende gespräche
der vorteil davon, dass man gegen ende des bewerbes startet, ist der, dass man nicht mehr so lange auf die ergebnisse warten muss. was uns die wartezeit zusätzlich verkürzte waren sehr interessante gespräche mit den formwertrichterinnen elizabeth thornton und chris McLeod, die am vortag die clubshow des WDK gerichtet hatten und es sich nicht nehmen liessen, auch das coursing zu besuchen. sie hatten ihren aufenthalt extra deshalb verlängert um irish wolfhounds beim coursen zu sehen. beide bedauerten, dass es in grossbritannien so gut wie keine coursenden irish wolfhounds mehr geben würden. während der gespräche wurde auch lilly begutachtet und befühlt. besonders beeindruckt hat sie wohl mit ihrem kräftigen nacken. der wurde besonders lobend erwähnt, ist er doch eine wichtige voraussetzung für ausdauerndes und kraftvolles coursen.
lilly’s dritter sieg in serie
als die siegerehrung begann, stellte ich fest, dass der eine mann, der mich nach dem ende der bewerbe interessiert gefragt hatte, wie alt lilly sei und sie sehr eingehend begutachtet und abgetastet hatte, einer der beiden coursingrichter war! als lilly als siegerin und gewinnerin von CACIL und CACT aufgerufen wurde, fragte er, ob er denn mit auf’s siegerphoto dürfe und gratulierte mir. ich gestehe, ich kam aus dem mich freuen und stolz auf lilly sein gar nicht mehr raus. was für ein tag! lilly hatte den jackpot geknackt und nicht nur die voraussetzungen für den internationalen coursingchampion erfüllt, sondern wurde auch tschechischer coursingmeister 2010. mangels tschechischkenntnisse konnte ich nicht feststellen, ob lilly den tagessieg erringen konnte, sie hatte im zweiten durchgang 184 punkte erreicht, aber ich habe nichtmal mehr das gesamtergebnis der irish wolfhounds gesehen. da es sonntag abend war, bemühten sich alle, möglichst rasch einzupacken und nach hause zu fahren. viola, die am vortag ein sehr gutes rennen hatte und an diesem tag maskottchen war, teilte sich noch eine der von lilly gewonnenen futterproben mit ihr und dann machten wir uns überglücklich auf den heimweg.
fazit …
ein schöner tag bei freunden mit vielen irish wolfhounds (ausser den 10 hunden im bewerb gab es noch zwei iw-lizenzläufe), perfekt organisiert vom CCC-team in optimaler lage. wir werden am tschechischen coursingchampion weiter arbeiten.
… mit blick über den tellerrand:
dieser titel ist übrigens völlig unabhängig von irgendwelchen (tschechischen) ausstellungsergebnissen und damit meiner ansicht nach schwieriger, da der hund für ein CACT gewinnen muss.
dafür kann man die lizenz in tschechien schneller erlangen. wieviele trainingsläufe man macht, bleibt dem/der eigentümerIn überlassen und es kann an den hund individuell angepasst werden. dann braucht der hund zwei sololäufe vor richterIn und einen lauf mit begleithund vor richterIn.
als man mich fragte, wo eine freundin mit ihrem deerhound bleibt und ich im laufe des gespräches erklärte, dass es in österreich 6 trainingsläufe, davon vier mit begleithund und 4 lizenzläufe mit begleithund braucht, bevor man die lizenz erhält, erntete ich ein kopfschütteln. ob man denn in österreich keine coursenden hunde wolle, wurde ich gefragt. und dass man sich jetzt nicht mehr wundern würde, warum in österreich keine deerhounds coursen und ob es denn nicht möglich sei, die lizenz im ausland zu erwerben, wenn man in österreich so komisch sei …
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