stellen wir uns einen wenige wochen alten wurf welpen vor. alle sind quietschvergnügt, gesund und munter, die zukünftigen welpenhalterInnen waren schon zu besuch, haben “ihre” welpen ausgesucht. alles läuft, wie man es sich nur wünschen kann. und dann ist impftermin. eine routineangelegenheit. könnte man meinen. doch kurze zeit später beginnen die welpen zu schreien, können sich nicht mehr richtig bewegen. 2 der welpen überleben nicht. 1 welpe ist mehrere wochen später wieder vollkommen hergestellt. der rest aus dem wurf hat ein beeinträchtigtes gangwerk. ausreichend für “nur liebhabhunde”, indiskutabel für ausstellung, leistungssport und damit auch zucht.
ein typischer “impfschaden”, der von der pharmafirma auch soweit zur kenntnis genommen wird, dass die verstorbenen welpen finanziell abgegolten werden. die rehakosten für die halbwegs wiederhergestellten welpen tragen züchter und welpenbesitzerInnen, die – umfassend informiert – die welpen trotz dieses handikaps übernehmen. dass der züchter nicht den ursprünglich vorgesehenen welpenpreis verlangt, ist ehrensache. die rehakosten liegen deutlich über dem ursprünglich geplanten welpenpreis … das sind aber nur die finanziellen schäden. über die traumata, nervenkrisen und anderen psychischen belastungen zu schreiben, sprengt jeden rahmen.
der preis für die “entschädigungszahlung” für die beiden toten welpen – schweigen. die pharmafirma macht unmissverständlich klar, dass sie “keine öffentlichkeit wünscht”. nur ein narr würde sich gegen einen pharmakonzern auflehnen und die geschichte trotzdem veröffentlichen. man nimmt den schmalen unkostenbeitrag zähneknirschend in empfang, denn das schweigen wäre einem auch dann anempfohlen worden, wenn man den finanziellen unkostenbeitrag abgelehnt hätte. und - man beginnt nun zu recherchieren. der geschockte tierarzt recherchiert mit und wechselt die pharmafirma. der züchter überdenkt sein impfschema. der rest ist schweigen. denn – impfschäden, so wird uns immer wieder gerne erklärt, die gibt es ja gar nicht!

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