nach mabey und caird werden teams über folgende hauptkriterien definiert:
- Ein Team hat mindestens zwei Mitglieder.
- Die Mitglieder tragen zur Erreichung der Teamziele mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und den daraus entstehenden gegenseitigen Abhängigkeiten bei.
- Das Team hat eine Team-Identität, die sich von den individuellen Identitäten der Mitglieder unterscheidet.
- Das Team hat Kommunikationspfade sowohl innerhalb des Teams als auch zur Außenwelt entwickelt.
- Die Struktur des Teams ist aufgaben- und zielorientiert beschrieben.
- Ein Team überprüft periodisch seine Effizienz
quelle: wikipedia
so manche/r funktionärIn in der österreichischen windhundszene definiert “team” wie folgt:
- im team sind alle, die mit ihrem windhund zur EM kommen.
- die mitglieder polieren mit den erfolgen ihrer hunde das image der diversen windhundvereine auf. man geniesst, dass die mitglieder von einem abhänging sind und poliert damit das eigene ego auf.
- man teilt shirts mit seltsamen aufschriften aus und fordert per rundmail dazu auf, das t-shirt ja auch anzuziehen.
- man nutzt die kommunikationspfade für eigene zwecke und gibt nur die jeweils notwendigsten informationen weiter.
- das team hat keine struktur.
- das team wird periodisch und anlassbezogen für wenige tage durch anweisung gebildet und den rest des jahres setzt man die ellbogen wieder ganz ungeniert ein.
weigert sich jemand, diese verkrampfte übung mit zu machen, erntet er verständnislosigkeit. lustigerweise finden sich diese nationalitätsdemonstrationsverweigernden jedoch “in der zweiten reihe” wieder, beim gemeinsamen kopfschütteln über jene, die sich beim warten auf die siegerehrung vor dem podest laut johlend und fahnenschwingend im kreis bewegen. fallweise wird auch ein in eine fahne gehüllter windhund im kreis mit geschliffen. wer war das doch gleich mit dem spruch “es geht doch nur um die hunde” …? eben! also muss eben auch der eine oder andere hund für solche nationalitätsspielchen her halten …
was ist eine nationalfarbe?
die nationalfarbe des jahres 2010 war übrigens klar und deutlich sichtbar – rot. nicht nur österreich hatte rote shirts, auch ungarn kam in rot, tschechien trug rot, polen trug rot und norwegen trug rot. nur die schweizer trugen ihr rot mit weissen ärmeln. wenn man sich für nächstes jahr vielleicht auf eine farbe für alle einigen kann, dann wird es ja vielleicht doch wieder grenzüberschreitend-europäisch …
deutschland überraschte heuer übrigens mit einem satten grün! nur die “oranjes” waren auch heuer wieder orange und brachten sowas wie vertraute kontinuität ins bild.
eingeschränkte farbwahl beim hund
unsicherheiten treten erst dann zu tage, wenn man mit dem hund an den start geht. soll man sich jetzt bezüglich seiner nationalität klar zu erkennen geben? oder könnte es bei dem einen oder anderen richter besser sein, “anonym” an den start zu gehen oder sich gar mimikrimässig als andere nation ausgeben? wir erinnern uns – es geht nur um die hunde! und möglicherweise macht es da sinn, die weisse decke durch die blaue zu ersetzen um sich zu tarnen? so manche österreicherInnen freuten sich auch mächtig darüber, dass auch sämtliche österreichischen hunde unter rot in den ersten durchgang starteten. was für ein hübscher zufall!
die botschaft lautet …
interessant ist es immer auch, zu beobachten, welche botschaften mit den t-shirts transportiert werden. manches t-shirt zieren flaggen oder windhundsilhouetten. die unvermeidliche jahreszahlen drücken dem shirt einen stempel auf und so mancher trägt ganz bewusst ein shirt aus vergangenen jahren. auf dem diesjährigen österreich-shirt steht lapidar folgendes:
vereine und verbandskörperschaften müssen tunlichst vermieden werden, das ist klar. bei 6 windhundvereinen in 3 verschiedenen verbandskörperschaften, bei mehrfachmitgliedschaften und grosser heimlichtuerei, bei welchem verein man gerade (nicht) mitglied ist, könnte das falsche vereinslogo am shirt für breite ablehnung sorgen.
team mit einem A ohne querstrich dafür aber im österreichfahnendesign muss drauf stehen. schliesslich haben an diesen paar tagen jetzt alle von oben verordnet team zu spielen und die querelen des vergangenen jahres zu vergessen. war ja eh alles irgendwie nicht so gemeint. oder so ähnlich. und wenn es schon am shirt steht, dann vergessen es die leute vielleicht nicht so schnell, dass sie jetzt im team sind. kleiner hinweis – vielleicht kann man das wort team im nächsten jahr in spiegelschrift aufdrucken, damit, sollte man an einem spiegel vorbei laufen …
austria muss auch auf’s shirt, klar! wenn – wie in diesem jahr – gleich mehrere länder auf die idee kommen, rote shirts zu verteilen, dann muss man draufschreiben, dass es in dem fall das österreichische rot ist.
und dann noch rasch EM 2010 und fertig. welche EM? das weiss doch eh jeder, oder? und wenn man nicht coursing drauf schreibt, dann kann man es zur bahn-EM auch nochmal verwenden. theoretisch. denn praktisch ist das heuer dummerweise wieder eine WM in raba. aber vielleicht kann man das E abwaschen und durch ein W …? sehr wasserfest war der aufdruck jedenfalls nicht. denn schon beim ersten regenguss am freitag gegen mittag lösten sich ein paar aufdrucke leicht ab …
ebenfalls vermieden werden so worte wie windhund oder sighthound. denn, dass es nur um die hunde geht, weiss ja eh jeder hier. das muss man ja nicht extra erwähnen, ausserdem hat ja eh jeder einen hund mit. oder gar mehrere … nicht wahr?
wieviel fahnen sind genug?
musste im vorjahr in tschechien die österreichische fahne noch aus dem fahnenigel neben den podesten geklaut geliehen werden, so wurden heuer im camp und bei der siegerehrung mehrere österreichfahnen gesichtet. manche war sogar so gross, dass sie quer ans zelt gepinnt werden musste, weil sie länger war als das zelt hoch war.
kann eine landesflagge als art “meetingpoint” im camp und auch bei der siegerehrung ganz praktisch sein, wenn man z.b. jemanden aus finnland sucht, so haben die fahnentänze schon wieder etwas befremdliches an sich. ich kann mich nicht oft genug wiederholen – menschen, die uniform gekleidet johlend hinter einer fahne her laufen – machen mir schlicht und ergreifend angst. neben dem unausgesprochenen shirt-länderbewerb scheint es ausserdem einen bewerb “wer hat den längsten” fahnenstab zu geben. jedenfalls ist so manche fahnenstange grotesk lange und beugt sich schon wieder in leichtem bogen.
die fahne für alle europäerInnen!
erfreulich war, dass im fahnenmeer immer wieder eine EU-fahne aufblitzte, sich also doch einige bei dieser veranstaltung als europäerIn sehen und vom nationaldenken abstand nehmen. wenn sich dieser leise trend verstärkt kann es vielleicht auch wieder mehr um die hunde gehen.
und für 2011:
den österreichischen möchtegern-teamleadern sei zum abschluss ins virtuelle stammbuch geschrieben: wenn ihr bei der nächsten coursingEM ein richtiges team wollt, dann fangt heute mit teambildenden massnahmen an! denkt jeden tag an die hunde und daran, dass es nicht nur verschiedene hunde gibt, sondern auch verschiedene menschen mit verschiedenen ansichten und auch fähigkeiten. wenn man andere auch arbeiten lässt, dann ist man selber nicht mehr so gefordert oder überfordert und dann kann – durch gemeinsame arbeit auch ein gemeinschafts- ein teamgefühl entstehen. ein team ist nur dann wirklich gut, wenn es die unterschiedlichen fähigkeiten der mitglieder erkennt, nutzt und bündelt. ein team ist aber schwach, wenn nur einheitsmeinung und unterordnung gefragt und geduldet wird und dann – einmal im jahr – von oben herab teamgeist verordnet wird.


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